In der vorherigen Artikel wir haben gezeigt, warum menschliche Nähe auch im Zeitalter künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung ist.
In den letzten Jahren ist die digitale Versorgung zu einem festen Bestandteil des Gesundheitswesens geworden. Einerseits ermöglicht es den Patienten einen schnellen Zugang zu einem Arzt, andererseits gibt es häufig Anlass zu Bedenken hinsichtlich der „Entmenschlichung“ von Beziehungen. Viele Spezialisten stellen fest, dass mangelnde körperliche Präsenz, Zeitbeschränkungen oder technologische Barrieren die emotionale Distanz zwischen Arzt und Patient vertiefen können. In diesem Artikel untersuchen wir praktische Möglichkeiten, wie ein Arzt in der täglichen Online-Arbeit Empathie aufbauen und die emotionale Distanz in der Beziehung zum Patienten verringern kann.
Die Ergebnisse einer 2024 in JAMA veröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass das Einfühlungsvermögen eines Arztes direkte Auswirkungen auf die Gesundheit von Patienten haben kann, die mit chronischen Schmerzen zu kämpfen haben. Patienten, die ihren Arzt als besonders einfühlsam einstuften, erlebten eine signifikante Verringerung der Schmerzstärke, eine verbesserte Funktionsfähigkeit und eine verbesserte Lebensqualität (12-monatige Nachbeobachtung) [1]. Dies wird auch durch Daten aus einer umfassenden systematischen Überprüfung von 455 Studien gestützt, in denen festgestellt wurde, dass Empathie beim Arzt durchweg mit besseren klinischen Ergebnissen und einer höheren Patientenzufriedenheit einhergeht [2]. Wichtig ist, dass sich bis zu 80% der pädagogischen Interventionen zur Entwicklung von Empathie als wirksam erwiesen haben und belegen, dass Empathie nicht nur ein Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern eine Fähigkeit, die entwickelt werden kann [2].
Die Schlußfolgerung?
Empathie im Gesundheitswesen ist nicht nur eine ethische Anforderung, sondern auch ein wirksames therapeutisches Instrument. Wie praktische Erfahrungen und Analysen zeigen, wirkt sich dies direkt auf die Linderung der Symptome, die Verbesserung der Funktionsfähigkeit und die allgemeine Lebensqualität aus, wenn Ärzte den Patienten mit Freundlichkeit und Verständnis behandeln.
Vorläufige Studien deuten darauf hin, dass Patienten das Einfühlungsvermögen von Ärzten bei der Teleberatung ähnlich einschätzen wie bei stationären Besuchen [3]. Wichtig ist, dass Patienten nach einer einfühlsamen Online-Beratung weniger Angst haben und ihre Symptome milder wahrnehmen [4].
Hier sind 3 Schlüsselelemente, die das Einfühlungsvermögen bei der Bereitstellung digitaler Pflegedienste erhöhen können:
Die Aufrechterhaltung der Kontinuität der Beziehung ist von entscheidender Bedeutung. Schon kleine Kontaktformen (sogenannte Mikrointeraktionen) können das Präsenz- und Beteiligungsgefühl des Patienten deutlich erhöhen. In einer retrospektiven Studie zu asynchronen Konsultationen lag der durchschnittliche Empathie-Score bei 8,93 von 10 Punkten. Woran sich der Patient erinnert, sind oft kleine Gesten, kurze Nachrichten, die zeigen, dass er „gesehen“ wird und dass ihn jemand bei der Behandlung begleitet.
Was ist es wert, getan zu werden?
Beispiele für Mikrointeraktionen:
Das Einfühlungsvermögen und die Aufmerksamkeit des Arztes reichen nicht aus, wenn der Patient nicht sicher ist, ob seine Daten und seine Privatsphäre angemessen geschützt sind. Die häufigsten Bedrohungen in der digitalen Versorgung beziehen sich auf drei Bereiche [6]:
Wie können Sie den Patienten unterstützen?
Es ist wichtig, dass Konsultationen auf Telemedizinplattformen stattfinden, die speziell für Dienste entwickelt wurden, die strenge gesetzliche Standards erfüllen, sichere Anmelde- und Verschlüsselungsmechanismen verwenden und den Patienten klar darüber informieren, wer und zu welchem Zweck Zugriff auf seine Daten hat. Transparenz und Sicherheit sind keine Ergänzung zur Telemedizin, sondern eine absolute Voraussetzung.
Technologie ist nur ein Werkzeug - die Qualität der Pflege wird von einer Person bestimmt. Studien zur Fernüberwachung von Patienten mit chronischen Erkrankungen zeigen, dass sich Patienten sicherer fühlen, wenn sie wissen, wer für die einzelnen Elemente ihrer Behandlung verantwortlich ist, und das Team die Rollenverteilung klar kommuniziert [7]. Die Schulung von Patienten und Personal ermöglicht es Ihnen, die Grenzen des Systems zu verstehen und zu wissen, wann Sie sofort einen Arzt aufsuchen müssen.
Was ist es wert, getan zu werden?

Wir haben ein kurzes vorbereitet Checkliste, das den täglichen Kontakt mit dem Patienten unterstützen kann. Dies sind einige einfache Schritte, die es einfacher machen, Empathie und Klarheit im Gespräch aufrechtzuerhalten, ohne es unnötig in die Länge zu ziehen.
Gruss
Ein Gefühl der Sicherheit aufbauen
Empathische Kommunikation
Ende der Konsultation
Die digitale Versorgung verändert die Art und Weise, wie wir mit Patienten umgehen, aber sie muss die Beziehungen nicht schwächen. Dank Empathie, Transparenz und Kontinuität des Kontakts können Sie ein Gefühl von Nähe, Sicherheit und Vertrauen aufbauen, die die Grundlage für eine effektive Behandlung bilden. Empathie in der digitalen Pflege ist keine Theorie, sondern eine Praxis, die durch bewusste Gewohnheiten realisiert werden kann.
[1]https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11009829/
[2]https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10012244/
[3]https://journals.stfm.org/primer/2024/subramanya-2023-0125
[5]https://ata2024.mapyourshow.com/mys_shared/ata2024/handouts/3_1200PM_AT1_RO31_Miranda.pdf
[7]https://bmchealthservres.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12913-023-09428-1