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Wie kann die emotionale Distanz in der Beziehung zwischen Arzt und Patient in der Online-Kommunikation reduziert werden?

2025-12-09

DoctorOne

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Inhaltsverzeichniss

In der vorherigen Artikel wir haben gezeigt, warum menschliche Nähe auch im Zeitalter künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung ist.
In den letzten Jahren ist die digitale Versorgung zu einem festen Bestandteil des Gesundheitswesens geworden. Einerseits ermöglicht es den Patienten einen schnellen Zugang zu einem Arzt, andererseits gibt es häufig Anlass zu Bedenken hinsichtlich der „Entmenschlichung“ von Beziehungen. Viele Spezialisten stellen fest, dass mangelnde körperliche Präsenz, Zeitbeschränkungen oder technologische Barrieren die emotionale Distanz zwischen Arzt und Patient vertiefen können. In diesem Artikel untersuchen wir praktische Möglichkeiten, wie ein Arzt in der täglichen Online-Arbeit Empathie aufbauen und die emotionale Distanz in der Beziehung zum Patienten verringern kann.

Ist Empathie wirklich wichtig?

Die Ergebnisse einer 2024 in JAMA veröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass das Einfühlungsvermögen eines Arztes direkte Auswirkungen auf die Gesundheit von Patienten haben kann, die mit chronischen Schmerzen zu kämpfen haben. Patienten, die ihren Arzt als besonders einfühlsam einstuften, erlebten eine signifikante Verringerung der Schmerzstärke, eine verbesserte Funktionsfähigkeit und eine verbesserte Lebensqualität (12-monatige Nachbeobachtung) [1]. Dies wird auch durch Daten aus einer umfassenden systematischen Überprüfung von 455 Studien gestützt, in denen festgestellt wurde, dass Empathie beim Arzt durchweg mit besseren klinischen Ergebnissen und einer höheren Patientenzufriedenheit einhergeht [2]. Wichtig ist, dass sich bis zu 80% der pädagogischen Interventionen zur Entwicklung von Empathie als wirksam erwiesen haben und belegen, dass Empathie nicht nur ein Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern eine Fähigkeit, die entwickelt werden kann [2].

Die Schlußfolgerung?

Empathie im Gesundheitswesen ist nicht nur eine ethische Anforderung, sondern auch ein wirksames therapeutisches Instrument. Wie praktische Erfahrungen und Analysen zeigen, wirkt sich dies direkt auf die Linderung der Symptome, die Verbesserung der Funktionsfähigkeit und die allgemeine Lebensqualität aus, wenn Ärzte den Patienten mit Freundlichkeit und Verständnis behandeln.

Wie kann Empathie in der Beziehung zum Patienten gewährleistet werden, wenn immer mehr Dienstleistungen aus der Ferne erbracht werden?

Vorläufige Studien deuten darauf hin, dass Patienten das Einfühlungsvermögen von Ärzten bei der Teleberatung ähnlich einschätzen wie bei stationären Besuchen [3]. Wichtig ist, dass Patienten nach einer einfühlsamen Online-Beratung weniger Angst haben und ihre Symptome milder wahrnehmen [4].

Hier sind 3 Schlüsselelemente, die das Einfühlungsvermögen bei der Bereitstellung digitaler Pflegedienste erhöhen können:

Kontinuität des Kontakts

Die Aufrechterhaltung der Kontinuität der Beziehung ist von entscheidender Bedeutung. Schon kleine Kontaktformen (sogenannte Mikrointeraktionen) können das Präsenz- und Beteiligungsgefühl des Patienten deutlich erhöhen. In einer retrospektiven Studie zu asynchronen Konsultationen lag der durchschnittliche Empathie-Score bei 8,93 von 10 Punkten. Woran sich der Patient erinnert, sind oft kleine Gesten, kurze Nachrichten, die zeigen, dass er „gesehen“ wird und dass ihn jemand bei der Behandlung begleitet.

Was ist es wert, getan zu werden?

  • Richten Sie einen klaren Rahmen für den Kontakt ein (z. B. „Ich antworte innerhalb von 24 Stunden, überprüfe Nachrichten täglich“).
  • Geplante „virtuelle Feierlichkeiten“ sind hilfreich, damit der Patient weiß, wann er mit einer Reaktion rechnen kann.
  • Kurze, regelmäßige Nachrichten verstärken das Sicherheitsgefühl mehr als einzelne lange Konversationen.

Beispiele für Mikrointeraktionen:

  • „Hallo, ich wollte sichergehen, dass das Medikament wie erwartet wirkt?“
  • „Gab es seit unserem letzten Kontakt neue Symptome?“
  • „Wie fühlst du dich heute im Vergleich zu letzter Woche?“

Transparenz und Sicherheit

Das Einfühlungsvermögen und die Aufmerksamkeit des Arztes reichen nicht aus, wenn der Patient nicht sicher ist, ob seine Daten und seine Privatsphäre angemessen geschützt sind. Die häufigsten Bedrohungen in der digitalen Versorgung beziehen sich auf drei Bereiche [6]:

  • Umgebung — Mangel an privatem Raum für Gespräche
  • Technologie — Verbindungsqualität und Verschlüsselungsprobleme
  • Organisation — mangelnde Vorbereitung der Patienten und des Personals auf den Einsatz telemedizinischer Instrumente.

Wie können Sie den Patienten unterstützen?

  • Informieren Sie den Patienten darüber, dass das Gespräch auf einer sicheren Plattform stattfindet.
  • Fragen Sie, ob der Patient unter ruhigen Bedingungen sprechen kann.
  • Teilen Sie einfache Benutzerhandbücher (z. B. PDF, Link zur Anleitung).
  • Machen Sie sich klar, wer zu welchem Zweck Zugriff auf Patientendaten hat.

Es ist wichtig, dass Konsultationen auf Telemedizinplattformen stattfinden, die speziell für Dienste entwickelt wurden, die strenge gesetzliche Standards erfüllen, sichere Anmelde- und Verschlüsselungsmechanismen verwenden und den Patienten klar darüber informieren, wer und zu welchem Zweck Zugriff auf seine Daten hat. Transparenz und Sicherheit sind keine Ergänzung zur Telemedizin, sondern eine absolute Voraussetzung.

Notwendiger menschlicher Faktor

Technologie ist nur ein Werkzeug - die Qualität der Pflege wird von einer Person bestimmt. Studien zur Fernüberwachung von Patienten mit chronischen Erkrankungen zeigen, dass sich Patienten sicherer fühlen, wenn sie wissen, wer für die einzelnen Elemente ihrer Behandlung verantwortlich ist, und das Team die Rollenverteilung klar kommuniziert [7]. Die Schulung von Patienten und Personal ermöglicht es Ihnen, die Grenzen des Systems zu verstehen und zu wissen, wann Sie sofort einen Arzt aufsuchen müssen.

Was ist es wert, getan zu werden?

  • Beenden Sie die Beratung immer mit einem klaren „Ankerpunkt“, z. B.: Wenn sich etwas ändert, schreiben Sie bitte, ich werde morgen darauf zurückkommen.
  • Erklären Sie dem Patienten, in welchen Situationen ein dringender Kontakt erforderlich ist und welche bis zum nächsten Besuch warten können.
  • Um zu zeigen, dass hinter der Plattform eine reale Person steht, nicht nur ein „System“.

Anwendung in der Praxis: Mini-Szenario

Praktische Tools zur Unterstützung der Kontaktaufnahme im Messenger

Wir haben ein kurzes vorbereitet Checkliste, das den täglichen Kontakt mit dem Patienten unterstützen kann. Dies sind einige einfache Schritte, die es einfacher machen, Empathie und Klarheit im Gespräch aufrechtzuerhalten, ohne es unnötig in die Länge zu ziehen.

Gruss

  • Eine herzliche Begrüßung mit dem Namen des Patienten (falls bekannt) verstärkt oft das Gefühl der Nähe („Guten Morgen, Frau Anna...“).
  • Ein netter, kurzer Satz zu Beginn hilft, eine gute Atmosphäre einzuführen („Ich hoffe, dir geht es heute ein bisschen besser“).
  • Die Frage „Wie fühlst du dich heute?“ gibt dem Gespräch einen menschlicheren Start als eine unmittelbare Konzentration auf Symptome.
  • Sogar im Messenger können Sie zeigen, dass dies ein Treffen mit einer Person ist und nicht nur ein medizinischer Fall.

Ein Gefühl der Sicherheit aufbauen

  • Wenn Sie fragen, ob die Nachricht bequem zu lesen ist, und, falls erforderlich, ein einfacheres Anhangsformat anbieten, fühlt sich der Patient gut aufgehoben.
  • Eine Erinnerung daran, dass das Gespräch in einem sicheren Kanal stattfindet („Unser Gespräch ist vertraulich — niemand außer uns hat Zugriff darauf“), wirkt verstärkend.

Empathische Kommunikation

  • Kurze und einfache Sätze lassen sich leichter verarbeiten. Die Paraphrase zeigt dem Patienten, dass er gehört wurde („Ich verstehe, dass Sie nachts am meisten husten - es kann sehr anstrengend sein“).
  • Die Klärung des Kontextes der Frage schafft Vertrauen („Ich frage nach Fieber, weil Sie so beurteilen können, ob eine Änderung der Behandlung erforderlich ist“). Einfache Sprache statt Fachjargon fördert ein besseres Verständnis.

Ende der Konsultation

  • Die Zusammenfassung in mehreren Punkten erleichtert es dem Patienten, sich an die Befunde zu erinnern („Medikament X, Beobachtung der Symptome Y, Kontakt bei Auftreten von Z“).
  • Das Hinzufügen eines Ankerpunkts funktioniert gut: „Wenn sich etwas ändert, schreiben Sie bitte — ich werde die Neuigkeiten während der Feier überprüfen.“
  • Eine kurze Frage am Ende eröffnet Raum für ein Gespräch: „Möchtest du noch etwas fragen?“ Die vollständige Checkliste zum Herunterladen finden Sie hier.

Zusammenfassung

Die digitale Versorgung verändert die Art und Weise, wie wir mit Patienten umgehen, aber sie muss die Beziehungen nicht schwächen. Dank Empathie, Transparenz und Kontinuität des Kontakts können Sie ein Gefühl von Nähe, Sicherheit und Vertrauen aufbauen, die die Grundlage für eine effektive Behandlung bilden. Empathie in der digitalen Pflege ist keine Theorie, sondern eine Praxis, die durch bewusste Gewohnheiten realisiert werden kann.

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